Ritter, Räuber und ein Hohenzoller – Karl May über Brandenburg im Jahr 1414
24. Juni 2026, 19 Uhr
Vortrag von Malte Ristau
Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.
1876 erschien ein Ritterroman von Karl May: Der beiden Quitzows letzte Fahrten. Die Geschichte besteht darin, wie im Jahr 1414 Friedrich von Hohenzollern mit Siegen über räuberische Ritter zum Kurfürsten von Brandenburg aufstieg. Der zeitgeistige Roman ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie Geschichte politisch gedeutet wurde.
Rudolf Augstein hat in zwei Titelgeschichten des Spiegels Karl May als Lehrmeister der Deutschen bezeichnet. Karl May hat in diesem Fall Fakten und Fiktionen zu einer besonderen Mixtur zusammengerührt, die sich in den zeitgenössischen Hohenzollernkult einordnete.
Der Roman erzählt eine Parallelgeschichte zur deutschen Reichsgründung von 1871 mit Helden, die nicht Old Shatterhand oder Winnetou heißen, sondern Moltke und Bismarck. Mit Schauplätzen in der Prignitz und im Havelland, in der Altmark und in Spandau erfährt der Leser zusätzlich eine Dosis Heimatkunde.
Malte Ristau ist Historiker und war an einem Institut für Mittelalterforschung tätig. In den 80er und 90er Jahren arbeitete er in der Politik und schließlich in zwei Bundesministerien. Heute im Ruhestand arbeitet er als Seniorberater bei einem Wirtschaftsforschungsinstitut. Er ist Mitglied der Karl-May-Gesellschaft und in der Theodor-Fontane-Gesellschaft.